Nachruf Direktor Robert Maldoner

Direktor Robert Maldoner

Am 13. Jänner 2013 ist Herr Direktor Robert Maldoner aus dem Leben geschieden. Ein Leben, das geprägt war von der Arbeit mit Schülern und Jugendlichen und der Liebe zur Bildhauerei.
Robert Maldoner besuchte nach der Absolvierung der Pflichtschule die Schnitzschule Elbigenalp, wo er seine Grundausbildung zum Bildhauer unter Rudolf Geisler-Moroder genoss. Nach der bestandenen Meisterprüfung schlug er den Berufsweg als Pädagoge ein. Die Ausbildung zur Lehrperson erfuhr er an der Pädagogischen Akademie in Innsbruck. 1984 kam er als Lehrperson an die Schnitzschule Elbigenalp, deren Leiter er im Jahre 1986 wurde. In seiner mehr als 26-jährigen Tätigkeit als Schulleiter standen immer seine „Schüler“ im Mittelpunkt seines Wirkens. Mit großem Verständnis für ihre Anliegen gelang es ihm auch schwierige Situationen als Schulleiter zu meistern. Die manchmal notwendige Härte des Amtes ließ ihn oft mehr leiden als die betroffenen Schüler. Über einen so langen Zeitraum als Schulleiter tätig zu sein zeugt von seinem Einfühlungsvermögen und pädagogischen Geschick. Dieses war auch im Umgang mit seinen Lehrerkollegen und den Bediensteten der Schule hilfreich. Bei der Auswahl neuer Pädagogen und Mitarbeiter im Hause bewies Robert Maldoner gute Menschenkenntnis. Viele von ihnen hielten Jahrzehnte unter seiner Führung der Schule die Treue.
Unter seiner Leitung wurde an der Schnitzschule Elbigenalp 1990 der Ausbildungszweig Vergolder und Schilderhersteller ins Leben gerufen. Eine herausfordernde und schwierige Aufgabe, die aber schon nach wenigen Jahren Früchte trug, denn heute ist dieser Ausbildungszweig in der Bildungslandschaft des Bezirkes Reutte nicht mehr wegzudenken.
Auch im Kreis seiner Direktorenkollegen/innen genoss Direktor Maldoner höchste Wertschätzung. Über Jahre war er der dienstälteste Direktor der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen Tirols. In dieser Funktion war es ihm überlassen bei Dienstbesprechungen die abschließenden Worte zu sprechen, in denen sich auch immer ein Wort des Lobes wiederfand.
Sein persönliches Engagement im Dorfleben von Elbigenalp und seine Mitarbeit in zahlreichen Vereinen und Institutionen zeigen eine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat. Diese übertrug er auch auf seine Schützlinge in der Schule, die dadurch für die kurze Zeit des Schulbesuchs zu „Lechtalern“ wurden und sich nach ihrem Abschluss gerne an ihre Schulzeit in Elbigenalp zurückerinnern.
Die Liebe zu seinem gelernten Beruf der Bildhauerei bewogen ihn, über Jahre als Funktionär in der Wirtschaftskammer Tirol und Österreichs tätig zu sein. Dabei war es ihm vergönnt, sich als Innungsmeister der Bildhauer für die Weiterentwicklung dieses Berufsstandes einzubringen.
Leider war es ihm aufgrund seiner Krankheit nicht mehr möglich, die Vision und die seit einigen Monaten in Planungen vorliegende Weiterentwicklung der Schnitzschule Elbigenalp zu einer leistungsstarken, innovativen Schule mitzubegleiten. Sein allzu früher Tod reißt eine große Lücke in die Institution Fachschule für Kunsthandwerk – Schnitzschule Elbigenalp.
Der Vereinsvorstand, die Schüler, die Absolventen, die Lehrerkollegen und die Mitarbeiter der Schnitzschule Elbigenalp werden ihren verschiedenen Direktor Robert Maldoner stets in guter und ehrender Erinnerung behalten.